Den Auftakt der Tagung „Wirtschaftsanthropologie: Wer ist der Mensch, wenn er wirtschaftet?“ machte Ulrich Hemel mit einer Diskussion der grundlegenden Fragen nach Sinn, Notwendigkeit und Möglichkeit einer Wirtschaftsanthropologie. Was muss eine solche Disziplin leisten? Welche Fragen sollte und kann sie beantworten?
Als wesentliche Stellgrößen für das Erkenntnisinteresse einer Wirtschaftsanthropologie definiert Hemel hier Handlungen, Emotionen, anthropologische Grunddispositionen wie Wettbewerb und Kooperation sowie individuelle Parameter wirtschaftlicher Präferenzen. Da die Ebene der Normativität nicht ausgeklammert werden darf, sollte sie nach den Prinzipien der Personalität, Sozialität, Humanität, Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Zwecksetzung reflektiert werden. Vergessen werden darf dabei jedoch nicht der Brückenschlag zwischen Geisteswissenschaften und empirischer Verhaltensforschung, denn nur so kann ein kohärentes und realitätsnahes Bild des wirtschaftenden Menschen gezeichnet werden.
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