Zivilgesellschaft

Globale Zivilgesellschaft

Auch in einer Welt, die von unterschiedlichen politischen Strömungen zerrieben wird, ist die Realität der globalen Zivilgesellschaft unabweisbar. Denn wir leben auf der einen Erde, deren Nutzung uns anvertraut ist und deren Zerstörung wir verhindern müssen. Themen wie Klimawandel, Migration, digitale Transformation und globale Mindeststandards müssen alle Menschen und Institutionen beschäftigten, die nicht ganz und gar auf das lokale Geschehen bezogen sind. Doch selbst im lokalen Raum spiegelt sich der Austausch in Echtzeit, die Globalisierung von Waren und Dienstleistungen, aber auch die von Werten, Normen und auch Religionen mit globalem Anspruch.

„In welcher Gesellschaft wollen wir leben“ – diese Frage ist unausweichlich. Gerade dann, wenn die Angst vor Kontrollverlust uns dazu treibt, den Wert der eigenen Identität zu betonen und neu über Grenzen nachzudenken, gerade dann ist die Frage nach dem großen Ganzen noch dringender als zuvor. Denn wir sind Menschen, und wir haben die Chance, uns in Achtung zu begegnen. Dies setzt keine vollkommene Übereinstimmung der Ideen, Sitten und Gebräuche voraus. Der Dialog setzt nicht einmal voraus, dass Gesprächspartner_innen in einer vollkommenen Demokratie leben oder diese anstreben. Vorausgesetzt wird das gemeinsam Menschliche, einfach weil es einen Grundbestand an Würde und Achtung, an Bedürfnissen und Erfahrungen, an Ängsten und beglückenden Erfahrungen nach sich zieht.

Weil die globale Zivilgesellschaft größer ist als jede Sprachgemeinschaft, jede Nation und jedes sonstige Bündnis, sehen wir in ihr den Bezugspunkt für die Forschungen und Diskussionen rund um das Institut für Sozialstrategie. Wir sehen dabei auch Sportvereine, Kirchen und Religionen, ja sogar Wirtschaftsbetriebe und Unternehmen als Teil der Zivilgesellschaft an. Hintergrund ist ein inklusives Konzept, welches Zivilgesellschaft lediglich vom Staat und vom organisierten Verbrechen abgrenzt.

Das Maß gelingender Zivilgesellschaft ließe sich daran messen, welche Interaktionen unter Menschen und Institutionen frei von Staat und frei von organisiertem Verbrechen zustande kommen. Empirisch ist das aber nicht leicht messbar, denn ‚Geldwäsche‘, um ein Beispiel zu nennen, ist ja per definitionem nicht offen sichtbar. Auch das Wirken von Geheimdiensten wird nicht in Zeitungen und Internetforen veröffentlicht. Dennoch braucht es eine regulative Idee zur Entfaltung nationaler und globaler Zivilgesellschaft, denn die Gefahren aus übergriffigen Verhaltensweisen speziell von wirtschaftlichen und staatlichen Akteuren ist hoch. Dadurch kommt es immer wieder zu offenen Grenzen und fließenden Übergängen, die noch intensiver als bisher zu erforschen sind.

Die Themenbereiche der globalen Zivilgesellschaft, die im Institut für Sozialstrategie vertieft bearbeitet werden, decken ein weites Spektrum ab: Bildung, Gesundheit und Soziales, Religion, Wirtschaft(sethik), Nachhaltigkeit und Umwelt, Minderheiten. Globale Mindeststandards lassen sich für jeden dieser Bereiche gut definieren, vom Zugang zu elementarer Bildung und zu Gesundheitsleistungen bis zur demokratiefähigen Religion, zu Fairness, Transparenz und guter Governance in Unternehmen, zu wirksamen Maßnahmen gegen den Klimawandel durch Ressourceneffizienz und CO²-Neutralität sowie zur Beachtung der Rechte von religiösen, ethnischen, sexuellen, sprachlichen und sonstigen Minderheiten. Dass die Durchsetzung dieser Standards Zeit braucht und umstritten bleibt, ist für das Institut für Sozialstrategie ein Ansporn, sich auch zukünftig für diese Ziele einzusetzen!

letzte Veröffentlichungen

Das Erbe von 1968 und die Konservative Revolution

Fluchten ins Autoritäre im Lichte aktueller Entwicklungen

(Globale) Zivilgesellschaft in Zeiten der Exekutive

Was ist Wahrheit?

A Brexit view from the standpoint of an English person living in Germany

Protests, Publicity and Change

Kultur und Freiheit in einer digitalen Welt

Violence in Bolivia in October and November 2019

Das Grundgesetz: veritable Referenzordnung in der Form westlich-atlantischer Verfassungen

Sexuelle und Reproduktive Rechte als global ’neu entdeckte’ Menschen- und Minderheitenrechte. Teil 1

Angst vor Kontrollverlust in einer veränderten Welt

Das Konzept der Meinungsäußerungsfreiheit in der U.S. Verfassung. Dargestellt anhand von Urteilen der U.S. Gerichtsbarkeit zum First Amendment

Die „samtene Revolution“ in Armenien. Wie Russland den armenischen „Maidan“ akzeptierte

Korea, das verschlossene Land. Erlebnisse und Einordnungen

El arte como fenómeno político: una mirada a la obra de Ai WeiWei

Grenzen als Orte der Verbindung – der Einfluss breit zugänglicher Infrastruktur

Repression im Zeichen der „Toleranz“

Transnational agierende globale Zivilgesellschaft. Messbarkeit, Indizes und ihre Grenzen

Die Information der Öffentlichkeit durch die parlamentarischen Fraktionen

Auslaufmodell Mensch?

Gerechtigkeit und Frieden für Kolumbien?

Gesellschaftliche und politische Polarisierung

Das Quartier als Ressource am Beispiel des Widerstands der Comunidade Vila Autódromo gegen die Stadtplanungspolitik Rio de Janeiros

Gelebte Heterogenität oder die normative Suche nach Ordnung? – Möglichkeitsformen globaler Zivilgesellschaft

Wie viel Homogenität braucht eine gelebte Heterogenität?

Brasiliens Herausforderungen im Lichte struktureller Sackgassen

Dezentralisierung

Entwicklung der deutsch-lateinamerikanischen Wirtschaftsbeziehungen

Pluralität und Einheit

Fragmentierte Verantwortung: Sind Menschen- und Bürgerrechte in der digitalen Welt eine Utopie?

Gentrifizierung und ‚Recht auf Stadt’ in Salvador de Bahía

Was heißt eigentlich digitale Fairness?

Gendergerechtigkeit in Nicaragua

Der Berg Karabach-Konflikt: Hat der Frieden noch eine Chance?

Proteste zum Staudammbau „Belo Monte“ in Brasilien

Venezolanische Kommunalpolitik im polarisierten Kontext

Das Gesetz und seine Anwendung durch die öffentliche Verwaltung

Der Muslim, der Depressive oder doch einer von uns? – Ein Kommentar zum Germanwings-Absturz

Die globale Signatur der Biographie Oder vom praktischen Wert des Instituts für Sozialstrategie

Transition von organisierter Kriminalität zu globaler Zivilgesellschaft

La sociedad civil global vista a través de una publicación de Facebook (The global civil society seen through the lenses of a Facebook post)

Die Bedeutung der Familie in der Zivilgesellschaft

Gated Communities in Brasilien

Kolumbien zwischen Staatszerfall und Demokratisierung

Grenzen der Zivilgesellschaft

Venezuela – Zivilgesellschaftliche Verbindungen über Grenzen hinaus

Digitale Globale Zivilgesellschaft zur Vernetzung von Minderheitenrechten?

Staatliche Rahmen oder staatliche Grenzen zivilgesellschaftlichen Handelns?

Die türkisch-armenischen Beziehungen

Armenien zwischen russischer Zwangs- und europäischer Partnerschaftspolitik

Die Zukunft der Zivilgesellschaft (2014)

Die Zukunft der Zivilgesellschaft (2014)

Die Zukunft der Zivilgesellschaft (2014)

Die Zukunft der Zivilgesellschaft (2014)

Wohnraum in der Ferne

Globale Zivilgesellschaft und bürgerschaftliches Engagement

Tunesien: Herausforderung, Empfehlungen und Prognosen für den Rest der Strecke

Wendepunkt am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag?

Zivilgesellschaft in der Region Palästina

Familienpolitik, Bevölkerungspolitik und die Globale Zivilgesellschaft

Women Rights in Iran

Islamistischer Extremismus

Alterung als Vernetzungsherausforderung Globaler Zivilgesellschaft

Das Konzept der „Schutzverantwortung“ und die Koalitionsvereinbarung

Denn überall sind wir

Europa neu erfinden oder: Europa- Unsere Zukunft!

Die tunesische Revolution. Freiheit und Menschenwürde

Wirksamkeitsprüfung und Projektcontrolling im Sozial- und Bildungsbereich

Ein Überblick über die aktuelle Forschung zur globalen Zivilgesellschaft

Antonio Gramsci: Gefängnishefte (Quaderni del carcere)

Aktuelle Literatur rund um die globale Zivilgesellschaft: Überblick und Kurzrezensionen.

Bereit für den Wandel, bereit für die Zukunft?

ifs Eröffnungsrede

Die globale Zivilgesellschaft und die Verbindung von technischer und sozialer Innovation