Internationale und professionelle Pflege(nde): Zwischen Erwartungen und Realität
von Heidemarie Kelleter und Maria Laura Bono · 20. April 2026
Einleitung
Der weltweite Mangel an Pflegefachpersonen, gesellschaftliche Diversität und digitale Transformation prägen den Pflegealltag stärker denn je. Zwischen hohen Erwartungen an Entlastung, Integration und Qualität einerseits – und den komplexen Realitäten in den Organisationen andererseits – bewegt sich die Pflege in einem Spannungsfeld, das neue Denk- und Lernräume eröffnet.
Diese Artikelserie beleuchtet vier zentrale Perspektiven, die zeigen, wie sich Pflege im internationalen und professionellen Kontext verändert – organisatorisch, kulturell und technologisch.
Im ersten Beitrag wird die internationale Rekrutierung von Pflegefachpersonen als strategische Antwort auf den Mangel an Pflegenden betrachtet – und mit Blick auf Kotters Veränderungsmodell reflektiert, welche kulturellen und organisatorischen Anpassungen in den Teams erforderlich sind.
Darauf aufbauend zeigt der zweite Artikel, wie interprofessionelle Kooperation zwischen den Berufsgruppen zu besseren Gesundheitsergebnissen führt und wie sich interprofessionelle Fallanalysen als wirksame Form der lateralen Zusammenarbeit in der Pflegepraxis etablieren können.
Der dritte Beitrag richtet den Fokus auf die zunehmende Diversität der Gesellschaft: Pflegeorganisationen sehen sich neuen Anforderungen gegenüber, etwa bei der Versorgung von Menschen mit Demenz und Migrationsgeschichte. Eine präferenzbasierte Versorgung, die kulturelle Hintergründe ernst nimmt, wird damit zum zentralen Qualitätskriterium. Abschließend beleuchtet ein Forschungs- und Anwendungsprojekt das Potenzial generativer KI für Kompetenzmanagement und Professionalisierung in der Pflege. KI kann hier unterstützen, Wissen strukturiert zu vermitteln und eine bedarfsgerechte digitale Kompetenzentwicklung zu ermöglichen – ein entscheidender Beitrag, um dem Mangel an qualifizierten Pflegenden nachhaltig zu begegnen.
Gemeinsam zeigen die vier Beiträge: Internationale und professionelle Pflege bedeutet weit mehr als die Rekrutierung von Pflegepersonen. Sie fordert Organisationen heraus, kulturelle Vielfalt, neue Formen des Lernens und Handelns sowie digitale Werkzeuge in Einklang zu bringen – und damit die Pflege der Zukunft aktiv zu gestalten.


